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Riot Operator, das neue Echtzeit-Strategiespiel von Beta2 Games und veröffentlicht von Games Operators, lädt Spieler in die Rolle eines Einsatzleiters ein, der Unruhen in städtischen Gebieten weltweit unter Kontrolle bringen soll. Das Spiel verspricht eine intensive Mischung aus Strategie, Ressourcenmanagement und Echtzeit-Taktik, wobei die Entwickler auf eine minimalistische Ästhetik setzen, um die Konzentration auf das taktische Gameplay zu fördern. Mehr als zwei Jahre habe ich auf dieses Spiel gewartet, nun kann ich es endlich testen und lasse euch in der Review an meinen Erfahrungen teilhaben.
Mehr warten, als agieren
Riot Operator gibt den Spielern die Kontrolle über verschiedene Einheiten – darunter Polizei, Sanitäter und Feuerwehr – die sie in acht Städten rund um den Globus einsetzen müssen, um Frieden zu wahren. Die Spieler müssen ihre Einheiten strategisch positionieren, die vorhandenen Ressourcen effizient verwalten und die Eskalation der Unruhen verhindern. Ziel ist es, die Ruhe zu bewahren und die Zivilbevölkerung vor Gewalt zu schützen, was taktische Tiefe und schnelles Reaktionsvermögen erfordert. So die Beschreibung des Spiels, doch schon in den ersten Minuten fühlt sich die Spielerfahrung komplett anders an. Eine langsame Kampagne, welche eher einem Idle Game ähnelt, als einem aufregendem Simulator. Mal sind 7-8 Demonstranten verletzt, man kümmert sich um die Verletzten, wartet dann wieder 5 Minuten auf das nächste Ereignis, nur dass ein paar andere Demonstranten irgendwo anders auf der Karte etwas anderes machen. Es kommt keine richtiger Spielfluss auf, ebenso wirkt alles sehr steril. Ein weiteres Problem ist, dass man nach den paar Kampagnenmissionen nichts mehr zu tun hat. Ein Sandbox-Modus oder Szenario Editor wäre hier wünschenswert gewesen. So hat die Simulation höchstens eine Spielzeit von knapp 5-6 Stunden, welche auch noch durch die langen Wartezeiten auf die Ereignisse künstlich in die Länge gestreckt wird.



Optik minimalistisch, wie das Gameplay
Optisch ist das Spiel eine bewusste Entscheidung für Minimalismus, indem es auf eine farblich kodierte Darstellung setzt: Blau steht für Polizeieinheiten, Grün für Zivilisten und Rot für Unruhestifter. Diese einfache visuelle Sprache erleichtert es, den Überblick zu behalten, wenn das Gameplay und die Pace stimmen würden, wäre eine solche Optik okay. Die schlichte Grafik sorgt zwar für Klarheit im Gameplay, jedoch mit den vorher genannten Kritikpunkten, wirkt alles eher wie ein halbgarer Prototyp, welcher in einer Woche zusammengeschustert wurde. Besonders schlimm ist ebenso die Soundkulisse, im Hintergrund, hört man dauerhaft eine Aufnahme einer Menschenansammlung, wo ein paar hustende Personen ebenso zu hören sind, diese Aufnahme wiederholt sich in Dauerschleife. Wenn ich ehrlich bin, erinnert mich diese Soundkulisse nicht annähernd an eine Demonstration, sondern eher den Warteraum bei der KFZ-Zulassungsstelle.


Zwischen Potenzial und unerfüllten Erwartungen
Während das Spielkonzept originell ist, gibt es zu viele technische und gestalterische Unzulänglichkeiten, das Pathfinding der Einheiten funktioniert mehr schlecht als Recht. Das Gameplay nimmt keine Fahrt auf, der gebotene Umfang ist sehr gering und die Sound- / Grafikkulisse ist ein Albtraum. Die Benutzeroberfläche wirkt veraltet und ist umständlich, was die Spielerfahrung beeinträchtigt. Auch die KI der Einheiten lässt zu wünschen übrig und erfordert häufiges manuelles Eingreifen, um grundlegende Aktionen auszuführen. So ist Riot Operator nicht mehr, wie ein halbgarer Prototyp, welcher Jahrelang in der Entwicklung war.


Fazit: Gute Idee, mangelhafte Umsetzung mit vielen Baustellen
Riot Operator hätte Potenzial, etwas großes zu werden, aufgrund der noch frischen Thematik. Doch die technischen Schwächen und die mangelnde Politur trüben das Gesamtbild. Für Liebhaber des Genres und Spieler mit Vorliebe für strategische Herausforderungen mag Riot Operator dennoch einen Versuch wert sein, sofern sie bereit sind, über die grafischen und technischen Unzulänglichkeiten hinwegzusehen. Andernfalls bleibt zu hoffen, dass Beta2 Games weitere Updates herausbringt, die die Qualität und das Spielerlebnis verbessern.




